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Die 5 häufigsten Fehler bei der Organic-Shopping-Optimierung – Erkenntnisse aus über 100 Analysen

Hinweis: Dieser Artikel ist ursprünglich in der Website Boosting – Ausgabe 91 erschienen

Organic Shopping (kostenlosen Produktanzeigen von Google) ist für Online Shops zu einer weiteren wertvollen organischen Traffic-Quelle geworden. Besonders seit diese Product Grids direkt zwischen den normalen organischen Suchergebnissen auftauchen, eröffnet sich eine große Chance auf zusätzliche Sichtbarkeit. Doch viele Online-Shops schöpfen dieses Potenzial nicht voll aus und machen vermeidbare Fehler. Dieser Artikel stellt die fünf häufigsten Fehler bei der Optimierung der Organic Shopping Ergebnisse vor und gibt praxisnahe Lösungen, damit Händler das Beste aus den organischen Shopping-Ergebnissen herausholen können.

Seit 2023 legt Google verstärkt den Fokus auf die sogenannten organischen Product Grids (auch als Organic Shopping, Free Listings oder kostenlose Einträge bzw. Händlereinträge bekannt). Laut Advanced Web Ranking erscheinen diese bei rund 65 % der Suchanfragen (E-Commerce Keywords) in Deutschland – und je nach Suchbegriff sogar in sehr prominenter Platzierung. Product Grids vor der ersten organischen Position oder besonders große Grids mit bis zu 16 Produkten verändern die Klickverteilung erheblich.

Die Entwicklung ist dabei noch lange nicht abgeschlossen: Der überarbeitete Google Shopping Tab in den USA sowie die bevorstehenden AI Overview Einbindungen in Deutschland deuten darauf hin, dass Organic Shopping als fester Bestandteil der Sucherfahrung weiter ausgebaut wird. Händler, die sich jetzt um die Optimierung kümmern, sichern sich frühzeitig Wettbewerbsvorteile und können langfristig von kostenlosem, kaufbereitem Traffic profitieren.

Um das volle Potenzial von Organic Shopping auszuschöpfen, sollten Händler typische Stolperfallen kennen – hier sind die fünf häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet:

Fehler 1: Nicht Teil von Organic Shopping sein

Das klingt banal, ist aber ein überraschend häufiges Problem. Die Grundlage für die Teilnahme an Organic Shopping ist ein aktives und gepflegtes Google Merchant Center. Wer bereits Google Shopping Ads schaltet, erfüllt in der Regel die technischen Voraussetzungen. Doch einige Händler sind gar nicht erst in Google Shopping vertreten – und das aus unterschiedlichen Gründen:

Abbildung 1 zeigt das Product Grid für den Brand Suchbegriff „einhorn kondome“. Das erste Produkt kann insgesamt bei 8 verschiedenen Händlern gekauft werden, der offizielle Online Shop der Marke Einhorn -> einhorn.my wird jedoch nicht gelistet.

Abbildung 1: Einhorn.my ist bei seinen eigenen Produkten nicht Teil der Product Grids

Das Problem: Wer nicht in Google Shopping aktiv ist, bleibt auch bei den kostenlosen Einträgen unsichtbar – und verschenkt so wertvolle organische Reichweite.

Lösung: Organic Shopping kann unabhängig von bezahlten Kampagnen genutzt werden. Die wichtigsten Schritte:

Einmal eingerichtet, bietet Organic Shopping die Chance auf zusätzliche Klicks – ganz ohne Mediabudget.

Fehler 2: Fehlende Produkte im Produktdatenfeed

Ein weiterer häufiger Fehler: Nicht alle Shop-Produkte landen im Produktdatenfeed – und was Google bzw. das Merchant Center nicht kennt, kann auch nicht in den Organic Shopping Ergebnissen erscheinen.

Der Grund hierfür liegt oftmals daran, wie der Produktdatenfeed erstellt wird. Historisch gesehen liegt die Verantwortung und auch die Erstellung im Performance Marketing / in den Paid Kanälen. Dabei wird der Feed meist in einem Optimierungstool bearbeitet – mit dem Ziel, bezahlte Google Shopping Kampagnen effizienter zu machen. Produkte mit niedrigen Preisen, geringer Marge oder geringer Verfügbarkeit werden dann oft ausgeschlossen, um Budget zu sparen. Aus Sicht eines Paid Kanals macht dies auch durchaus Sinn. Aus der Sicht des organischen Kanals möchte man diese Produkte jedoch auch gerne durch kostenlose Klicks abverkaufen.

Fehlersuche: Eine einfache Herangehensweise um den Fehler im eigenen Online Shop untersuchen zu können ist die Nutzung von Screaming Frog in Verbindung mit einem Abgleich der Masterprodukte aus dem Feed.

  1. Shop crawlen: Die Shop URLs und die XML Sitemap crawlen und alle URLs der Masterprodukte extrahieren. Die Masterprodukte sind dabei meist die URL ohne Varianten-Parameter, also die URL welche am Ende indexiert werden kann.
  2. Feed-Abgleich: Die ermittelten Produkt-URLs können im zweiten Schritt mit den Masterprodukten im Feed abgeglichen werden. Masterprodukte im Feed wiederum sind die URLs welche unter „canonical_link“ zu finden sind.

Lösung: Das Ziel im Bereich Organic Shopping sollte es sein, möglichst alle Produkte an Google zu übergeben – auch solche, die sich nicht für bezahlte Anzeigen lohnen. Hierzu gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten:

Die automatisch gefundenen Produkte zeigt Google direkt im Merchant Center unter: Einstellungen (Zahnradsymbol) → Datenquellen → Produktquellen → “Von Google gefunden”:

Fehler 3: Falsches Tracking

Auch wenn der Traffic über Organic Shopping aktuell noch nicht an die Reichweite von Shopping Ads oder der organischen Suche herankommt, ist es wichtig, den Kanal sauber zu tracken. Denn nur mit verlässlichen Zahlen lässt sich das Potenzial wirklich bewerten und gezielt optimieren.

Ein häufiges Problem: Organic Shopping Klicks werden fälschlicherweise dem Google Shopping Kanal zugeordnet. Das verfälscht die Performance-Daten – und führt dazu, dass man die tatsächliche Leistung des kostenlosen Traffics gar nicht richtig erkennt.

Dies kommt dadurch zustande, dass die Parameter für das Tracking (z. B. utm_source=google&utm_medium=cpc) Teil der URL [link] innerhalb des Produktdatenfeeds sind. Google hängt diese Tracking Parameter somit an die Links innerhalb von Organic Shopping Ergebnissen und die Klicks sowie die Umsätze laufen in den Google Shopping Kanal. Abbildung 3 zeigt hier ein Produkt des Online Shops pearl.de. Untersucht man den Link am unteren Bildrand kann man die UTM Parameter utm_source=google&utm_medium=cpc also CostPerClick erkennen. Die Klicks werden demnach intern dem Google Paid Kanal zugeordnet:

Fehlersuche: Um zu prüfen, ob das Tracking fehlerhaft ist, gibt es zwei einfache Möglichkeiten:

  1. URL-Check im Feed: Die Links im Produktdatenfeed unter [link] auf UTM-Parameter prüfen.
  2. Live-Test: Auf ein Organic Shopping Ergebnis klicken und die URL auf Tracking Parameter untersuchen.

Lösung:

Nur wer Organic Shopping korrekt misst, kann fundierte Entscheidungen treffen und gezielt optimieren. Das saubere Tracking ist daher nicht nur ein kleiner technischer Schritt – sondern die Grundlage, um das volle Potenzial des kostenlosen Traffics auszuschöpfen.

Hinweis zu Fehler 4 und Fehler 5: Die letzten beiden Fehler beziehen sich auf konkrete Optimierungsmaßnahmen – nämlich die Optimierung von Produkt-Titeln und Produktbildern. Bei der Organic Shopping Optimierung gibt es jedoch eine wichtige Besonderheit, die je nach Rolle im Markt den Handlungsspielraum beeinflusst:

Zudem noch kurz der Hinweis, dass sich folgende Optimierungsmaßnahmen natürlich auch positiv auf Google Shopping auswirken, selbst wenn in diesem Artikel der Fokus auf den kostenlosen Einträgen liegt.

Fehler 4: Mangelnde Optimierung des Produkt Titels [title]

Der Produkt-Titel ist einer der wichtigsten Rankingfaktoren in Organic Shopping. Er lässt sich relativ einfach optimieren und hat eine direkte Auswirkung auf die Position innerhalb der Product Grids. Ein unzureichend optimierter Titel kann dazu führen, dass Produkte schlechter ranken oder bei relevanten Suchanfragen gar nicht erscheinen.

Laut der Google-Dokumentation zum Titel Attribut gibt es klare Empfehlungen zur Optimierung:

Nachfolgend wird ein Beispielprodukt genutzt, um typische Optimierungspotenziale aufzeigen zu können:

Beispielanalyse: Der Titel des Produktes lautet „Vivobarefoot Geo Court III Mens Shoes“.

Auffällige Optimierungspotenziale:

Die relevanten Informationen sind vorhanden, werden aber nicht in den Feed übernommen – ein typisches Problem bei unzureichender Datenaufbereitung.

Optimierter Produkttitel: Vivobarefoot Geo Court III Herren Barfußschuhe Sneaker schwarz – Nachhaltige Schuhe aus Bioleder & Bio-Baumwolle.

Vorteile der Optimierung:

Ein sauber optimierter Produkt-Titel liefert Google alle notwendigen Signale für das Matching mit Suchanfragen. Die Korrektur und Anreicherung des Feeds ist daher eine der effizientesten Maßnahmen, um die Sichtbarkeit in Organic Shopping zu verbessern.

Fehler 5: Mangelnde Optimierung der Produktbilder

Produktbilder, insbesondere das Hauptbild [image_link], sind ein entscheidender Faktor für die Klickrate und Sichtbarkeit innerhalb von Organic Shopping. Schlechte oder nicht regelkonforme Bilder können nicht nur die Conversion-Rate senken, sondern sogar dazu führen, dass Produkte komplett abgelehnt werden.

Laut der Google-Dokumentation zum Bild Link gibt es klare Empfehlungen zur Bildoptimierung:

In folgender Abbildung werden vier typische Fehler bei Hauptbildern aufgezeigt:

Beispielanalyse:

Ein weiterer Optimierungsaspekt ist die Anzahl der übermittelten Bilder. Häufig stehen im Online-Shop mehr Bilder zur Verfügung als im Feed. Um Nutzer bereits im Organic Shopping zu überzeugen, sollten sämtliche verfügbaren Bilder (als [additional_image_link]) eingebunden werden.

Tipp: Google bietet innerhalb des Merchant Center Next ein Produktbild Bearbeitungstool namens „Product Studio“ an. Damit lassen sich Auflösungen erhöhen, Hintergründe entfernen oder auch Bilder mit Hintergründen erstellen. Dies ist jedoch nur für die Bearbeitung von einigen wenigen Produkten zu empfehlen.

Fazit: Organic Shopping als unterschätztes Wachstumspotenzial

Die Optimierung für Organic Shopping bietet Online-Händlern eine Chance, zusätzlich zum klassischen SEO kostenlos relevanten Traffic zu generieren. Die häufigsten Fehler – vom fehlenden Tracking bis hin zu unvollständigen Produktdaten – lassen sich mit den richtigen Maßnahmen oft schnell beheben.

Wer jetzt in die Optimierung einsteigt, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil, bevor Googles Shopping-Features in Deutschland noch weiter ausgebaut werden. Denn eins ist klar: Die organischen Product Grids werden als fester Bestandteil der Suchergebnisse bleiben – und wer hier frühzeitig alles richtig macht, wird langfristig davon profitieren.

Häufige Fragen zu Organic Shopping

Was ist Organic Shopping?

Organic Shopping bezeichnet kostenlose Produkteinträge von Google. Online-Shops können damit zusätzliche organische Sichtbarkeit in Product Grids und Shopping-Flächen erhalten, ohne für jeden Klick Mediabudget einzusetzen.

Welche Fehler verhindern Sichtbarkeit in Organic Shopping?

Häufige Fehler sind ein nicht eingerichtetes Google Merchant Center, fehlende Produkte im Feed, falsches Tracking, unzureichend optimierte Produkttitel und schwache oder nicht regelkonforme Produktbilder.

Wie können Online-Shops Organic Shopping verbessern?

Online-Shops sollten kostenlose Einträge im Merchant Center aktivieren, möglichst alle relevanten Produkte im Feed bereitstellen, Tracking sauber trennen, Produkttitel mit Suchintention und Varianten anreichern und hochwertige Produktbilder übergeben.

Quellen und Referenzen